Monday, November 12, 2007

Perlen des arabischen Humors (I)

Woran erkennt man, dass Saeb Erekat lügt? Ganz einfach: wenn er den Mund aufmacht.

Ein alter Witz, okay. Aber er ist so wahr wie eh und je. Heute wird der palästinensische Wiedergänger des Barons von Münchhausen mit einem Statement in der Jerusalem Post zitiert, das einem die Lachtränen in die Augen treibt. Gefragt, ob die PA bereit sei, die jüdische Identität des Staates Israel anzuerkennen, sagt Erekat auf Radio Palästina natürlich Njet und begründet dies mit folgenden unsterblichen Worten:

"There is no country in the world where religious and national identities are intertwined."

Vermutlich wird über diesen Gag am lautesten in den Islamischen Republiken Iran, Pakistan und Afghanistan gelacht – und natürlich in Gaza. Spitze, wirklich.

6 Comments:

Anonymous heplev said...

Was ist mit den Saudis?????

7:09 PM  
Blogger Claudio Casula said...

@ heplev:

Saudistan gehört natürlich auch zu diesem erlauchten Kreis.

Der Punkt ist bei der Geschichte natürlich, dass die Palästinenser, sollten sie sich weiterhin weigern, den jüdischen Charakter Israels zu akzeptieren, sich damit keinen Gefallen tun. Offensichtlich kann auch ein Fatah-Mann wie Erekat nicht damit leben, dass das Heilige Land mit einem Staat geteilt wird, in dem der Islam nicht die dominante Rolle spielt. Nur so lässt sich die absurde Forderung nach einem "Rückkehrrecht" der Flüchtlinge und ihrer Nachkommen nach Israel (und nicht in den zu gründenden Staat Palästina!) erklären. Erekat und Konsorten ist die Taube auf dem Dach immer noch am liebsten.

2:12 PM  
Anonymous Anonymous said...

Hm, Claudio,
lese ich aus deinem Kommentar das Zugeständnis, dass Israel ein Ein-Religions-Staat ist, der sich in dieser Beziehung nicht von seinen arabischen Nachbarn und Feinden unterscheidet?
Zumindest so ein bisschen was von "Muslims raus" schwingt da jedenfalls mit und verträgt sich schlecht mit dem allgemein verkündeten "den Palis geht es in Israel wahnsinnig gut, und die leben gern unter israelischer Herrschaft"

12:01 PM  
Blogger Claudio Casula said...

@ anonymous

Nein.

1.
Natürlich ist Israel kein "Ein-Religions-Staat". Juden, Muslime, Christen, Drusen et cetera üben ihre Religion frei aus, halten die jeweils eigenen Feiertage ein usw. Synagogen werden ebenso gebaut wie Moscheen und Kirchen.

2.
Alle religiösen und ethnischen Minderheiten teilen sämtliche bürgerlichen Rechte mit der jüdischen Mehrheit, was man von Ländern, die mehrheitlich vom Islam dominiert werden, kaum sagen kann.

3.
Wo schnupperst du "Muslims raus"? Es sind über 1,4 Mio. DRIN, und das wird sich auch nicht ändern, weil kein israelischer Araber in einen Staat Palästina ziehen wird. Aber dass Israel nicht auch noch den Zuzug von weiteren 4 Millionen dulden wird, dürfte wohl auch klar (und nachzuvollziehen!) sein.

4.
Den Palästinensern geht es in Israel relativ gut, sonst würden sie wohl kaum "unter israelischer Herrschaft"(deine Worte; neutral: in einem mehrheitlich jüdischen Staat) leben. Unbestritten ist, dass es ihnen deutlich besser geht als den Brüdern, die bisher ein Leben im Elend und im Krieg einem Frieden mit Israel und Wohlstand durch internationale Hilfen vorzogen.

2:06 PM  
Anonymous felix said...

Herr Erekat kennt anscheinend die 'Constitution of Palestine' nicht. In ihrem 4.Artikel heisst es:

1. Islam is the official religion in Palestine. [...]
2. The principles of Islamic Shari’a shall be the main source of legislation.

10:55 AM  
Blogger Claudio Casula said...

@ felix

Sehr richtig! Selten hat jemand so dreist mit Steinen im Glashaus geworfen.

Erinnert sei der Vollständigkeit halber auch noch an die Organisation der Islamischen Konferenz, eine laut Wikipedia "zwischenstaatliche Internationale Organisation von derzeit 57 Staaten, in denen der Islam Staatsreligion, Religion der Bevölkerungsmehrheit oder Religion einer großen Minderheit ist."

5:17 PM  

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