Wednesday, November 28, 2007

Wie bitte?!

Aus der gemeinsamen Erklärung Olmerts und Abu Mazens:

"Wir bringen unsere Entschlossenheit zum Ausdruck, das Blutvergießen, Leiden und die Jahrzehnte des Konflikts zwischen unseren Völkern zu beenden (…), TERRORISMUS UND AUFSTÄNDEN ENTGEGENZUTRETEN, OB SIE VON ISRAELIS ODER PALÄSTINENSERN AUSGEHEN."

Heißt das im Ernst, dass man auch israelischem Terrorismus und Aufständen entgegentreten müsste?

So liest es sich. Und der Erdboden hat sich nicht aufgetan und Olmerts Delegation verschlungen. Aber, Freunde, wenn man schon die Güte besitzt, das Thema Terrorismus auf dem Kuschelgipfel in Annapolis überhaupt anzuschneiden, müsste doch die Hoffnung zum Ausdruck gebracht werden, dass endlich auch die Palästinenser dem palästinensischen Terrorismus entgegentreten, damit Israel nicht immer die Drecksarbeit machen und sich auch noch dafür verurteilen lassen muss.

Aber das wäre dann doch mal wieder zuviel verlangt und würde außerdem die vertrauenvolle und konstruktive Stimmung verhageln. Die Stunde der Wahrheit wird also wieder einmal vertagt.

3 Comments:

Blogger Simon said...

Jigal Amir und Baruch Goldstein vergessen? Seien wir froh, dass nicht von "israelischem Terrorismus" die Rede ist, das wäre semantisch nun wirklich was anderes. Insofern sehe ich diese Erklärung als positiv an. Auch das mit dem "jüdischer Staat" ist, wie selbstverständlich es uns erscheint, keine Selbstverständlichkeit. Dass dieser Bargaining Chip jetzt schon verschenkt ist, ist eine gute Nachricht. Wie will man da für die Rückkehr von Flüchtlingen argumentieren? Wenn die zurückkommen, ist es ja kein jüdischer Staat mehr. Nicht immer alles sooo negativ sehen ;)

4:48 PM  
Blogger Claudio Casula said...

@ Simon

Nein, natürlich nicht vergessen. Aber dass dir sogar die Namen einfallen, zeigt ja eindeutig, dass es sich – anders als auf der palästinensischen seite – um Einzelfälle handelt.
Die Bekräftigung, Terroristen entgegentreten zu wollen, hat Israel nicht nötig, denn Amir sitzt lebenslänglich im Gefängnis und auch Goldstein säße dort, hätten ihn die Araber nicht in der Machpela totgeschlagen. Dito wurden schon etliche radikale Sidler verurteilt, die Anschläge auf Araber planten. Jedenfalls würde dem Ministerpräsidenten des Staates Israel nicht im Traum einfallen, solche Leute als "Märtyrer" zu adeln oder Straßen und Fußballturniere nach ihnen zu benennen.

Was die Definition Israel als jüdischer Staat betrifft: Die wurde bereits mit dem Teilungsplan (heute vor 60 Jahren angenommen) so bestätigt, deshalb BLEIBT sie eine Selbstverständlichkeit.

12:49 PM  
Anonymous Hamster said...

Ja, sowas liest sich nicht gut. Aber wie soll sonst mit unseren palästinensischen Arabern eine Sprachregelung getroffen werden?
Die Kollegen leiden ja noch am Islam und am extremen Nationalismus.
Ist ja nur ein sprachlicher Trick und somit eher belustigend.

8:06 PM  

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