Friday, June 15, 2007

Wahre Freundschaft

Bandenkrieg im Gazastreifen, mehr als 100 Tote in einer Woche, Hamas erobert die letzte Fatah-Bastion und kündigt den Beginn der islamischen Herrschaft an, Abbas löst die Regierung auf, „Palästina“ setzt die Zwei-Staaten-Lösung um: Hamastan in Gaza, Fatahstan im Westjordanland.

Man sollte meinen, dass die Deutsch-Palästinensische Gesellschaft in heller Aufregung ist, einen Aufruf nach dem anderen verfasst, vor Ort die Kontrahenten aufsucht. Klickt man allerdings die Webseite dieses obskuren Vereins an, sucht man vergeblich nach einem Statement zum Thema.

Hier die Schlagzeilen:

„De Soto verurteilt Rolle der USA im Nahost-Konflikt“

„Nordirland als Vorbild für den Nahen Osten“
(Link zu einem Text von Helga Baumgarten)

„Kampagne gegen Zwangsenteignung und Vertreibung im Jordantal“
(Aufruf, etwas gegen eine angebliche Zwangsenteignung von 20 Quadratkilometern (!) zu unternehmen)

„Die Israel-Lobby und die US-Außenpolitik“

Irgendwas zur Lage in Gaza? Fehlanzeige.
Nun die Themen der aktuellen Aufrufe:

„Physicians call for boycott of Israeli Medical Association“

„There is no Substitute for the Return to our Homes“

„Weg mit der Mauer in Palästina! Schluss mit der israelischen Besatzung!“

Kein Wort zum Terror, zur brutalen Abrechnung der Palästinenser untereinander und zur Errichtung des „Gottesstaates“. Nur die alten Hüte: „Apartheidmauer“, „Vertreibung“, „ethnische Säuberung Palästinas von 1948“, „Das Rückkehrrecht“ und, you name it: „Der Ball liegt jetzt auf Israels Seite.“

Die Palästinenser versinken nach dem Vergeigen ihrer Autonomie endgültig im hausgemachten Chaos, aber ihre feinen Freunde in Deutschland arbeiten sich immer noch ebenso heuchlerisch wie vergebens an Israel, am Zionismus, an den Juden ab.

Vielleicht sind wir aber auch ungerecht, und die Homepage kann einfach nicht aktualisiert werden, weil die Betreiber gerade auf dem Weg nach Gaza sind, um sich als menschliche Schutzschilde zur Verfügung zu stellen? Nicht wirklich. Stattdessen fordert StoptheWall, die „palästinensische Kampagne gegen die Apartheidmauer“, zu Protestschreiben wegen 20 Quadratkilometern im Westjordanland auf , zu „Solidaritätsreisen ins betroffene Gebiet“ , wobei „besonders MedienvertreterInnen einzuladen“ sind. Das ist vollkommen risikofrei und garantiert Aufmerksamkeit, denn die MedienvertreterInnen spielen gern mit, wenn es darum geht, Israel anzupissen. Nur wenn sich ihre Schützlinge gegenseitig zerfleischen und demnächst unter der Scharia leben müssen, stecken die deutschen Palästina-Freunde ihre Hände in die Hosentaschen und schauen pfeifend zur Seite. Arme Schweine.

2 Comments:

Blogger Astuga said...

Die palästinensische Caritas putscht sich an die Macht!

4:15 PM  
Blogger dwave said...

Deutsch-Palästinensische Gesellschaft? Sowas hat scheint ja seit Amin al-Husseini Tradition.

12:55 AM  

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