Friday, December 22, 2006

Pause

Es war ein hartes Jahr, in mancherlei Hinsicht. Und dann treibt zum Ende der Hinrunde auch noch meine Borussia aus Mönchengladbach 15 Teams vor sich her.

Andererseits: Spirit of Entebbe von Eisealuf vertretungsweise zu übernehmen, war eine gute Idee. Ich hoffe, dass die Freunde dieses Blogs das auch so sehen. Danke schon mal für die freundliche Aufnahme!

Und: 2007 rollt Gladbach, wie so oft, das Feld von hinten auf.

Spirit of Entebbe wünscht frohe Weihnachten, happy Chanukka (heute die achte Kerze anzünden!) und falls "zwischen den Jahren" nix geht – Job & Familie fordern ihren Tribut - auch shana tova!

Thursday, December 21, 2006

Schlaudraff bringt Ruhe ins Spiel

Wednesday, December 20, 2006

Oh, wie ist das schön!


Und oh, wie war das schoneinmal schön!

Tuesday, December 19, 2006

Voll auf die Nüsse

Im Berliner "Tagesspiegel" spekuliert Andrea Nüsse über die Wahrscheinlichkeit von Neuwahlen in den Palästinensergebieten. Es ist immer wieder erstaunlich, mit welch einer Selbstverständlichkeit hierzulande von den palästinensischen Autonomiegebieten als einer Art Staatswesen gesprochen wird, obwohl es dort, für alle Welt sichtbar, zugeht wie in einem Tollhaus.

Dabei hat das, was Arafat und seine Spießgesellen Mitte der 90er-Jahre in Gaza und der Westbank errichteten, mit Demokratie nicht das Geringste zu tun. Die erste „Wahl“, zu der Hamas gar nicht erst antrat, brachte dem „Raïs“ satte 88,5 Prozent, was aber nicht wirklich erstaunen konnte, denn als seine Pro-forma-Gegenkandidatin hatte man sich eine gewisse Samiha „Umm“ Khalil ausgeguckt, eine 73-jährige Großmutter, die immerhin sechs Verhaftungen durch israelische Sicherheitskräfte vorweisen konnte und sich damit qualifizierte, der Bestätigung Arafats als Führer der Palästinenser durch ihre absurde Kandidatur einen scheindemokratischen Anstrich zu verleihen.

Aber die Macht hatten die Gewehre, und von denen, immerhin, gab es von Anfang an reichlich in Arafatistan. Jeder, der eine Waffe halten konnte, schloss sich irgendeiner der zahlreichen Milizen an. Die „Polizei“, im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung so stark vertreten wie in keinem Staat dieser Erde, knüpfte nahtlos da an, wo die Fatah-Terroristen einst in Jordanien und im Libanon aufhören mussten. Das Justizsystem der PA war ein schlechter Witz. Verhaftungen erfolgten willkürlich, schon das Gerücht, mit Israel zu kollaborieren, konnte einen den Kopf kosten, Gerichtsverhandlungen waren binnen Minuten abgefrühstückt, und wenn irgendeine bewaffnete Bande nicht ganz zufrieden mit dem Urteil war, wurde der Angeklagte auch schon mal aus dem Saal geschleppt und auf der Straße erschossen. Bei außenpolitischem Gegenwind nahmen die nunmehr zu „Sicherheitskräften“ beförderten Fatah-Terroristen Arafats den einen oder anderen Hamas-Terroristen fest, nur um ihn bei nächster Gelegenheit durch den Hinterausgang wieder freizulassen. Entgegen seinen Beteuerungen den westlichen Sponsoren gegenüber setzte Arafat auch seine Unterschrift unter Todesurteile gegen „Verräter“, die dann unter dem Gejohle des Mobs öffentlich erschossen wurden.

Von einem Palästinenser aus dem Gazastreifen hörte ich seinerzeit, welch einer unglaublichen Willkür die Bevölkerung dort ausgesetzt war. Ein Mitteleuropäer macht sich keine Vorstellung davon, wie Arafats Soldateska sich nach Belieben junge Mädchen von der Straße griff – und wie sie mit Vätern umging, die wagten, dagegen zu protestieren.

Wer unter der Herrschaft der Fatah lebte, musste auf alles verzichten, was zu einer Demokratie gehört: von der wirklich freien Wahl, zu der auch der offene demokratische Diskurs gehört, über die Gewaltenteilung bis zur simplen Meinungsfreiheit. Um all das war es in der palästinensischen Kleptokratie immer äußerst schlecht bestellt.

Diesem System zu bescheinigen, es gewährleiste demokratische Wahlen, ist schlicht unverfroren. Schließlich war Arafat die erste Wahl auch gleich genug, eine weitere setzte er gar nicht mehr an. Es glaube auch keiner, dass sich ein Gebilde wie die PA in einen Hort der Menschenrechte verwandelt, nur weil der Nachfolger des Diktators Brille, Anzug und Krawatte trägt statt eines olivgrünen Kampfanzugs. Denn daran beißt die Maus keinen Faden ab: Die Verhältnisse haben sich nicht geändert, nicht die Spur. Kein Wunder, dass früher oder später die Hamas ans Ruder kommen musste, eine Organisation, die mit dem Wesen der Demokratie und einer freien, pluralistischen Gesellschaft erst recht nichts am Hut hat.

Wo solche Zustände herrschen, ist ein Bürgerkrieg wie der zwischen Fatah- und Hamas-Anhängern nur eine Frage der Zeit, zumal die Angriffe gegen den äußeren Feind Israel dank Bau des Sicherheitszaunes und zahlloser Militäroperationen gegen die Drahtzieher des Terrors immer wirkungsloser verpufften. Und? Für die Zukunft der Palästinensergebiete kann es nur gut sein, wenn sich Banden wie al-Aqsa-Brigaden, Tanzim, Hamas und Islamischer Jihad gegenseitig dezimieren. Vielleicht kommt dann die aufgehetzte Volksmasse irgendwann doch noch zur Besinnung. Noch ist es allerdings so, wie Andrea Nüsse ausnahmsweise einmal richtig feststellt, dass "Abbas’ Nähe zu Washington und London mit Skepsis betrachtet" wird. Und so lange in Palästina die Nähe zum Westen einen diskreditiert, das Kuscheln mit Typen wie Ahmadinedschad aber adelt, ist es eben auch möglich, „dass der populäre Hanija nächster Palästinenserpräsident wird“. Was ja auch in Ordnung wäre, denn ein Regierungschef, der sein Volk metertief in die Scheiße reitet und trotzdem populär ist, muss ein wirklich toller Hecht sein.

Den längst entzauberten Abbas aber würde Andrea Nüsse als Feigenblatt schmerzlich vermissen, deshalb klammert sie sich an den Strohhalm, an dem schon Abu Mazen hin und herschwankt: an den verzweifelten Versuch, Hamas zur Anerkennung Israels zu überreden, was ungefähr so aussichtsreich ist, wie Hugh Hefner von den Segnungen des Zölibats überzeugen zu wollen. Und so schwant auch ihr:

„Es scheint allerdings unwahrscheinlich, dass die Hamas zurzeit einer indirekten Anerkennung Israels und einem expliziten Gewaltverzicht zustimmen wird, welche die Grundlage für eine Einheitsregierung und das Ende des westlichen Finanzboykotts wären.“

Was insofern den gewöhnlich schlecht unterrichteten Medienkonsumenten überraschen dürfte, als die Presse noch vor einem halben Jahr ob der im „Gefangenendokument“ angeblich enthaltenen „indirekten Anerkennung Israels“ ganz aus dem Häuschen war. Denn warum muss man eine „Partei“ zu etwas drängen, was sie, zumindest laut unserer versammelten Journaille von taz bis FAZ, längst geleistet hat? Hat sie eben nicht. Und wird sie auch nicht.

Tja, Frau Nüsse, um es mit dem legendären Adi Preißler zu sagen: „Grau is’ alle Theorie; maßgebend is’ auf’m Platz.“

Monday, December 18, 2006

Das Evangelium nach Achmed

Einst überraschte Yassir Arafat die Welt mit der Behauptung, Jesus sei Palästinenser gewesen. Was damals ziemlich meschugge klang, scheint jetzt durch einen archäologischen Sensations-Fund im Jordantal gestützt zu werden: Das bisher unbekannte „Achmed-Evangelium“ lässt Leben und Wirken Jesu in völlig neuem Licht erscheinen. Fragmente liegen Spirit of Entebbe vor. Wir dokumentieren Auszüge:

„Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot (...) ausging, dass alle Welt geschätzt würde. Und diese Schätzung war die allererste und geschah zur Zeit, da ein Mann mit Namen Assad Statthalter in Syrien war. Und jedermann ging, dass er sich schätzen ließe, ein jeder in seine Stadt. Und als endlich die Juden die Ausgangssperre aufgehoben hatten, da machte sich auf auch Yussuf aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, mit Maimunah, seinem vertrauten Weibe; die war zum elften Male schwanger. Als sie aber kamen an eine Stelle, da sie kontrolliert wurden, da wehklagten sie über allerlei Demütigungen. bis sie schließlich gelangten in Yussufs Geburtsstadt, die da heißt Beit Lahm.“ (...)

„Und es waren Handwerker in der Stadt, die schnitzten Kamele aus dem Holze des Olivenbaums. Andere Männer saßen draußen herum, spielten Sheshbesh, tranken Tee und ließen ihre Kinder schwer beladene Schubkarren hin- und herfahren. Da trat der Engel Gottes zu ihnen, und die Klarheit Gottes leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: „Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude: Denn euch ist heute der Heiland geboren, der Herr, in der Stadt, von der die Juden lügnerisch behaupten, sie sei die Stadt Davids, des Schlächters. Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in eine Kefyah gewickelt und in einer Krippe liegend.“ Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen: „Ya Allah, er wird die Söhne der Affen und Schweine ins Meer treiben und ein Palästina vom Jordan bis zum Mittelmeer schaffen!“(...)

„Und da kamen auch drei Weise aus dem Morgenland, die da hießen Yassir, Yassin und Ismail, und sie legten vor dem Kinde ihre Geschenke nieder: ein Messer, einen Krummdolch und eine Axt. Maimunah aber sprach: „Seid bedankt für die Gaben! Möge mein Sohn dereinst ein Märtyrer Palästinas werden, so werden wir alle stolz auf ihn sein, denn mit unserem Blut und unserer Seele befreien wir dich, o Palästina.“

Achmed, der seine Schriften erst nach den vier bisher bekannten Evangelisten anfertigte, zeichnet Jesus als einen heroischen Widerstandskämpfer gegen die jüdische Besatzungsmacht. So liest sich auch die Bergpredigt ganz anders als sie bislang interpretiert wurde. „Selig sind, die da geistig arm sind; denn sie werden Hamas wählen“, heißt es da etwa. „Selig sind, die da Leid tragen; denn sie werden in aller Welt darüber klagen dürfen.“ Und: „Selig sind, die bei einem Blutbad an den Juden ihr eigenes Leben hergeben; denn ihre Familien sollen reich entlohnt werden“.

Das Achmed-Evangelium liest sich spannend wie ein Krimi – bis hin zum dramatischen Showdown in al-Quds, wo der palästinensische Messias die Besatzungsmacht herausfordert, von einem Kollaborateur verraten wird und schließlich einer gezielten Tötung zum Opfer fällt.

Die Echtheit des Dokuments wird derzeit von Archäologen und Historikern geprüft. Fest steht aber schon jetzt: Sollte sich das Achmed-Evangelium als authentisch erweisen, wird es definitiv das Highlight des Bücherfrühlings 2007.

Wednesday, December 13, 2006

Bullshit der Woche

Mordechai Vanunu, Ex-Techniker in Dimona, 1985 zum Christentum übergetreten, gelangte 1986 zu einer gewissen Berühmtheit. Die Sunday Times veröffentlichte von ihm gemachte Fotos, die beweisen sollten, dass Israel Atommacht sei. Vanunu selbst war da schon mit freundlicher Unterstützung eines blonden Lockvogels in Rom abgegriffen und nach Israel gebracht worden. Bis 2004 saß er wegen Landesverrats und Spionage im Gefängnis, wo er für alle "Israelkritiker" zu Heiligenstatus gelangte.

In der heutigen Ausgabe der WELT wird ihm die Frage gestellt: "Glauben Sie, ohne Israels Bombe würden alle Nahostanrainer den nuklearen Wettlauf einstellen?"

Und Vanunu antwortet: "Ich bin mir sicher, dass die arabischen Staaten sofort ihre nuklearen Entwicklungen aufgeben würden, würde Israel seine Nuklearwaffen abschaffen. Israel muss sich entscheiden: Frieden oder Krieg."

Okay, zuletzt hat der groteske Besuch der ultraorthodoxen Rabbiner bei Irans Präsident Achmachmirdendschihad gezeigt, dass auch das jüdische Volk mit einem gewissen Prozentsatz an Idioten leben muss, da passt diese Äußerung gut ins Bild.
Gut aber auch, dass sich Vanunus Landsleute keine Illusionen über die Intentionen ihrer Feinde machen und auf die von ihm vorgeschlagene Probe aufs Exempel lieber verzichten.

Tuesday, December 12, 2006

Hilfe, die Deutschen kommen! Die Özdags

Migration, das weiß man sogar beim WDR, ist einerseits „eine gesellschaftliche, wirtschaftliche und kulturelle Bereicherung“, andererseits (uiuiui!) auch „Anlass für Spannungen und Konflikte“. Letztere glaubt man beim Öffentlich-Rechtlichen in Köln vor allem entschärfen zu können, indem man „den Dialog der Kulturen vorantreibt und das friedliche Miteinander fördert“. Es versteht sich von selbst, dass Berichte über Gewalt in der Familie, Zwangsverheiratungen, sogenannte Ehrenmorde und ähnliche unschöne Dinge diesem friedlichen Miteinander nicht eben dienlich sind. Also muss etwas geschehen, damit „wir unsere türkischen Nachbarn besser verstehen“. Mit einem Wort: Es muss menscheln, dass die Schwarte kracht.

Ute Diehl, Autorin und Regisseurin der Serie „Die Özdags“ (Start: 7. Januar 2007 im WDR), hat bereits mit der Doku-Serie „Die Fussbroichs“ für Aufmerksamkeit gesorgt. Nach der Kölner Arbeiterfamilie ist nun eine türkische Großfamilie dran, wie sie untypischer kaum sein könnte. Aber das ist der Autorin egal, denn sie hatte gezielt, das räumt sie im Pressetext selbst ein, eine „Bilderbuchfamilie“ gesucht, und nachdem sie 50 türkische Familien getroffen hatte, wurde sie bei den Özdags endlich fündig: Vater, Mutter, sieben Kinder im Alter zwischen 25 und 36 sowie vier Enkel. Durchaus sympathische Menschen, die eine orientalische Feinkonditorei betreiben. Alle – bis auf Mutter Aliye (59), die stets nur wissend (?) vor sich hinlächelt – sprechen Deutsch, wenngleich Vater Hasan (62) auch nach 35 Jahren in Deutschland nur über rudimentäre Sprachkenntnisse verfügt.

Ein Kopftuch, auch das ist nicht überraschend, trägt bei den Özdags natürlich keine der Töchter. Die strotzen nämlich vor Selbstbewusstsein, und ihre Brüder nehmen ihre Widerworte mit Humor hin. So deutsch wie die Özdags sich geben – Sohn Nebil (34) hört im Auto Schlager von Roland Kaiser, die er aus vollem Halse mitsingt – möchte so mancher Deutscher gar nicht sein. Verächtliche Bemerkungen über „die Deutschen“, wie sie in nicht wenigen türkischen Familien gang und gäbe sind, wird man im Hause Özdag nicht vernehmen. Die älteste Tochter Selda (32) ist mit einem Amerikaner (!) verheiratet, die „schönen Schwestern“ Zülya und Hülya schmeißen den Laden, und die islamische Religion spielt nicht einmal am Rande eine Rolle.

Multikulti vom Feinsten in der Backstube, sozusagen Friede, Freude, Baklava. Die ganze Serie wirkt, als trüge Ute Diehls Drehbuch das Gütesiegel des letzten Landesparteitags von Bündnis 90/Die Grünen. Alles ganz nett, wie gesagt, und nix gegen die Özdags, aber es steht zu befürchten, dass man selbst nach dem Konsum aller sieben Folgen keinen Schritt weiter ist, was das Verständnis unserer türkischen Nachbarn angeht. Denn die Özdags sind so typisch (deutsch-)türkisch, wie ein Cordon bleu kosher ist. Aber die Prognose wage ich trotzdem: Das wird Claudia Roths Lieblingssendung.

Friday, December 08, 2006

Dogfight

Finally, the Israelis and Arabs realized that, if they continued fighting, they would someday end up destroying the world. So they sat down and decided to settle the whole dispute with a dogfight.

The negotiators agreed that each country would take five years to develop the best fighting dog they could. The dog that won the fight would earn its country the right to rule the world. The losing side would have to lay down its arms.

The Arabs found the biggest, meanest Dobermans and Rottweilers in the world. They bred them together and then crossed their offspring with the meanest Siberian wolves. They selected only the biggest, strongest puppy from each litter, killed all the other puppies and fed the lone dog all of the milk. They used steroids and trainers in their quest for the perfect killing Machine. After the five years were up, they had a dog that needed iron prison bars on its cage. Only the trainers could handle this beast.

When the day of the big fight arrived, the Israelis showed up with a strange animal. It was a nine-foot-long Dachshund. Everyone felt sorry for the Israelis. No one else thought this weird animal stood a chance against the growling beast in the Arab camp. The bookies predicted the Arabs would win in less than a minute.

The cages were opened. The Dachshund waddled toward the centre of the ring. The Arab dog leapt from his cage and charged the giant wiener-dog. As he got to within an inch of the Israeli dog, the Dachshund opened its jaws and swallowed the Arab beast in one bite. There was nothing left but a small bit of fur from the killer dog's tail.

The Arabs approached the Israelis, shaking their heads in disbelief. "We do not understand. Our top scientists and breeders worked for five years with the meanest, biggest Dobermans and Rottweilers. They developed a killing machine."
"Really?" the Israelis replied. "We had our top plastic surgeons working for five years to make an alligator look like a Dachshund!"

Heil Haniyeh!

Soll keiner sagen, dass Demonstrationen in arabischen Ländern grundsätzlich verboten sind! Man darf dort sehr wohl demonstrieren: gegen Amerika, gegen Israel, gegen den Papst, gegen dänische Karikaturen und für die eigene Regierung. Heute haben Tausende Anhänger der radikalislamischen Hamas in Gaza City für den palästinensischen Regierungschef Ismail Haniyeh demonstriert. Der hatte eben noch bekräftigt, dass seine Hamas-Regierung das Existenzrecht Israels niemals anerkennen werde. Nun ist es exakt diese bornierte Haltung, die den Palästinensern einen weit gehenden Boykott beschert hat und jeder Möglichkeit einer friedlichen Einigung mit Israel im Wege steht. Und deshalb geht es den Palästinensern, gelinde gesagt, nicht wirklich gut.

Dennoch erfreut sich die Hamas weiterhin großer Beliebtheit. Nur die allerdümmsten Kälber / wählen ihre Schlächter selber, heißt es. Wenn da was dran ist, kann man den Palästinensern keinen allzu hohen IQ bescheinigen. Ohnehin lässt so manche Hassdemonstration im arabischen Raum den Verdacht aufkeimen, dass der Hirntod eben doch nicht das Ende des Lebens bedeuten muss.

Schlecht verteidigt ist halb gehängt

Boushra Khalil, die einzige Frau im 14-köpfigen Verteidigerteam beim Sondertribunal gegen Saddam Hussein, hat der WELT ein Interview gegeben, in dem sie u.a. von ihrem Mandanten erzählt, er interessiere sich "eigentlich nur dafür, was draußen geschieht, wie es den Irakern geht." Und sie sagt: "Er ist ein wirklicher Patriot."

Da kann es nicht überraschen, dass die Dame auch meint, bei diesem Prozess gehe es "ohnehin nicht mit rechten Dingen zu." Und sich darüber mokiert, dass Saddam Hussein gehängt werden soll. Das Massaker von 1982, das verhandelt wurde, habe im Krieg gegen Iran stattgefunden, und da ihr Mandant seinerzeit Oberbefehlshaber der Armee gewesen sei, müsse er eigentlich von einem Militärgericht verurteilt werden. Die Begründung ist denkwürdig: "Auch in Nürnberg wurden die zum Tode Verurteilten erschossen und nicht erhängt."

Was natürlich Unfug ist, weil Keitel, Jodl, Kaltenbrunner, Frank und andere Nazi-Kriegsverbrecher ihr Ende sehr wohl am Strang fanden. Bei derart schlecht informierten Anwälten ist es kein Wunder, dass der Prozess für den Henker von Bagdad nicht gut ausgegangen ist.

Thursday, December 07, 2006

Maria, Joseph, Ahmed und Najah

„In einer sternklaren Nacht kamen Yasmin und Bara auf die Welt, zwei Monate zu früh. Die Mädchen sind Beduinenkinder, und ihre Herberge war die Kinderklinik in der Geburtsstadt Jesu.“

So beginnt die rührselige Weihnachtsgeschichte in der aktuellen Ausgabe von „chrismon“, einem monatlich erscheinenden evangelischen Magazin, das als Printausgabe überregionalen Tageszeitungen und auch der ZEIT beiliegt. Die Story heißt „Zu Bethlehem geboren“ und erzählt von einem Beduinen-Ehepaar und seinen kleinen, zu früh geborenen Zwillingstöchtern.

Wären Ahmed und Najah in Ramallah Eltern geworden oder in Nablus, hätte die Geschichte nicht funktioniert. Sie kommen aber aus dem Beduinendorf Rashayde südöstlich von Bethlehem, und ihre Kinder kamen in der Caritas-Klinik in der Geburtstadt Jesu zur Welt. Folglich muss Ahmed den biblischen Joseph geben, Najah die Jungfrau Maria, die Zwillinge Yasmin und Bara das Jesuskind, denn parallel zu ihrer Geschichte werden Passagen aus der Weihnachtsgeschichte zitiert. Dazu gesellen sich noch zwei Halbweise aus dem Abendland: der Redakteur Burkhard Weitz und der Fotograf Peter Dammann.

Den Israelis bleibt bei aller Passivität nur der Part des Herodes. Bethlehem ist eine „heute von der acht Meter hohen israelischen Grenzmauer abgeriegelte Stadt“, was erstens so nicht stimmt und zweitens Gründe hat, die einem bei gründlichem Nachdenken die besinnliche Weihnachtsstimmung verhageln könnten. Ahmed ist, aus purer Not, illegal durch eine Lücke im Grenzzaun – also nicht über die „acht Meter hohe Mauer“ – gestiegen, auf der Baustelle in Israel erwischt und für zwei Wochen eingebuchtet worden. Zu allem Überfluss muss er auch noch 2500 Shekel Bußgeld zahlen. Und dann waren damals (vor 54 Jahren) „drei Viertel der Bürger Bethlehems Christen – heute ist es nur noch ein Drittel“. Da die Gründe für den Exodus nicht genannt werden, könnte der Leser auch dahinter die Mauerbauer vermuten.

Allein, dem ist nicht so. Tatsächlich ist die christliche Bevölkerung der Stadt sogar auf 20 Prozent gesunken, seit Arafats Schergen sowie Hamas und Islamischer Jihad unmissverständlich demonstrieren, wer der Herr im Hause ist. Christen verlassen in Scharen die palästinensischen Autonomiegebiete, weil sie dort systematisch ermordet, vergewaltigt, drangsaliert und eingeschüchtert werden. Während sich die Zahl der Christen in Israel seit 1948 vervierfacht hat, ist ihr Anteil in den Palästinensergebieten von 15 auf 2 Prozent gefallen. Ein klassischer Fall von ethnischer Säuberung.

Aber Maria und Joseph sind ja Palästinenser, die es nicht leicht haben. Im Gegensatz zu den Israelis natürlich, für die 2500 Shekel (465 Euro) nur „ein ärgerliches Strafgeld, mehr nicht“ sind. Da darf auch auch ein evangelisches Magazin wie „chrismon“ nicht am palästinensischen Opfer-Image kratzen.

Fotograf Dammann setzt Maria („eine zierliche Frau mit ebenmäßigen Gesichtszügen“, wie die Frauen in Palästina nun mal auszusehen pflegen) und Joseph sehr ästhetisch in Szene; in schwarz-weiß bzw. sepia schreiten sie Seit’ an Seit’ mit den Baby-Bündeln vor Wüstenkulisse vorbei, und im Hintergrund ersetzen Kamele Ochs und Esel.

Vom Redakteur Burkhard Weitz heißt es, er habe sich „morgens zu den Arbeitern an der Mauer gestellt – aber nicht gewagt, mit durch die Sicherheitsschleuse zu gehen“. Warum nicht? Weil er fürchtete, gleich von den Juden hops genommen zu werden?

Oder weil unsere Medien es grundsätzlich nur östlich des Zauns menscheln lassen? Autor und Fotograf brachten mit der Mischung aus Tunnelblick, Ahnungslosigkeit und Naivität jedenfalls die besten Voraussetzungen mit, um nach Schema F der unendlichen Geschichte von den bedauernswerten Palästinensern ein weiteres Kapitel hinzuzufügen. Irgendwie erinnert das an eine andere adventliche Geschichte, welche sich im Dezember 1992 zutrug: Damals hatte die Regierung Rabin nach einer Serie von Terroranschlägen in Israel 415 Hamas-Mitglieder in den Libanon abgeschoben, der sie aber nicht einreisen ließ, sodass die bärtigen Muslimbrüder wochenlang medienwirksam im Niemandsland festsaßen. Tag für Tag schauten die Reporter den Drahtziehern des Terrors im Zeltlager bei der Zubereitung der Mahlzeiten zu und boten ihnen reichlich Gelegenheit, die Unmenschlichkeit der israelischen Maßnahme anzuprangern. Unvergesslich, wie der Korrespondent eines deutschen Fernsehsenders die herzzerreißende Mitteilung machte, dass die „Deportierten“ das „Weihnachtsfest nun im Schnee verbringen“ müssten.

Für einen gläubigen Muslim sicher die Mutter aller Demütigungen.

Tuesday, December 05, 2006

Taliban in Gaza

Frauen haben es in Palästina nicht leicht. Da es zu Hause nicht selten Prügel setzt und die herrschenden Islamisten sie allenfalls als Gebärmaschinen der Nation, als Suizid-Attentäterinnen und als menschliche Schutzschilde für gesuchte Terroristen sowie als Klageweiber für die Auslandspresse zu schätzen wissen, ist das mit der Selbstverwirklichung so eine Sache.

Nun gibt es aber immer noch Frauen, die im Hijab nicht unbedingt den Ausdruck der eigenen Persönlichkeit erkennen und unverschleiert herumlaufen. Diese, vorwiegend Studentinnen diverser Hochschulen, sind, wie Khaled Abu Toameh in der "Jerusalem Post" berichtet, ins Visier einer bisher unbekannten Gruppe geraten, die sich "Gerechte Schwerter des Islam" nennt: "Wir kennen keine Gnade mit irgendeiner Frau, die die Traditionen des Islam missachtet und in Internet-Cafés abhängt." Folgerichtig hat die Bande, die niemanden vom selbst- und hirnlosen Einsatz für den Jihad abgelenkt sehen möchte, nach eigenen Angaben bereits ein Dutzend dieser Einrichtungen angegriffen und auch ein Auto zerstört, aus dem "zu laute Musik" dröhnte.

Kommt einem irgendwie bekannt vor. Was den Taliban in Afghanistan recht war, ist den Palästinensern offenbar zunehmend billig. Höchste Zeit, dass sich der "Deutsch-Palästinensische Frauenverein" energisch zu Wort meldet.

Hat da jemand gelacht?

Monday, December 04, 2006

Das hätt's unter Saddam nicht gegeben!

Wer hat noch nie den wehmütig vorgebrachten Hinweis eines älteren Mitmenschen vernommen, unter Hitler hätte eine Frau nachts noch gefahrlos auf die Straße gehen können? Ohne nun genauer wissen zu wollen, was eine Frau nachts auf der Straße suchen könnte: Ja, so war es. Jedenfalls wenn die Frau "arisch" war. Wild wuchernden, von Hinz und Kunz ungefragt ausgeübten Terror gab es im Nazi-Reich natürlich nicht, der Terror war Chefsache und wurde monopolistisch vom Staat und seinen Schergen ausgeübt, und zwar nach Recht und Gesetz – oder was man dafür hielt.

Nun klagt, wie SPIEGEL online berichtet, der scheidende UN-Generalsekretär Kofi Annan im Gespräch mit der BBC über die bürgerkriegsähnlichen Zustände im Irak, "das Leben für normale Iraker sei heute schlechter als unter dem Regime von Saddam Hussein". Für den durchschnittlichen Iraker gelte folgender Vergleich: "Als sie einen brutalen Diktator hatten, konnten sie auf die Straße gehen, ausgehen, die Kinder konnten zur Schule und nach Hause gehen, ohne dass sich Vater oder Mutter fragen mussten: Sehe ich mein Kind wieder?"

Na, wenn das kein Plädoyer für die "starke Hand" ist, nach der sich auch hierzulande so mancher sehnt! Wie leicht wiegen dagegen der völkerrechtswidrige Angriff auf den Iran, die ebenso völkerrechtswidrige Annexion Kuweits, die völkerrechtswidrigen Scud-Raketen auf Ballungszentren in Israel, die Vergasung tausender Kurden, der tägliche Terror gegen die eigene Bevölkerung, die Ermordung von 290.000 Irakern?

Man hätte sich gewünscht, Kofi Annan hätte sich soviel Gedanken über sorgenvolle Eltern gemacht, als palästinensische Selbstmordattentäter israelische Schulkinder in Linienbussen zu Dutzenden massakrierten. Jedenfalls galt ihm damals jedes Vorgehen gegen die Urheber des Terrors als "exzessiv" und "unangemessen" und als "Drehen an der Gewaltspirale". Es kommt wohl darauf an, wer wen ermordet. Wobei Annan selbstverständlich nicht behaupten kann, dass der Terror gegen die irakische Zivilbevölkerung von den US-Truppen ausgeht. Ohnehin drängt sich der Eindruck auf, dass das Schicksal der Zivilisten im Irak Annan erst zu interessieren begann, als sich die Koalition der Willigen anschickte, das Regime Saddam Husseins zum Teufel zu jagen. Glaubwürdig macht ihn das nicht gerade. Aber was soll's, seine Amtszeit ist ohnehin bald beendet, da kann man auch schon mal einer mörderischen Diktatur das Wort reden. Und so einer ist Friedensnobelpreisträger.

Aber das war Yassir Arafat ja auch.