Thursday, June 21, 2007

Die Blöde und das Biest

Auf SPON führt Ulrike Putz ein Interview mit Mahmud al-Sahar, das zum Bizarrsten gehört, was ich seit langem zum Thema gelesen habe. Man wünschte sich, bei jedem zweiten Satz das Gelächter vom Band zu bekommen, das US-amerikanische Comedy-Serien auszeichnet.

"Wenn wir erst einmal einen Staat haben werden, wird es Freiheit für alle geben."
(Heiterkeit)

"Denn der Islam ist gegen die Korruption, die Verweichlichung und den Materialismus, der die Gesellschaft in Europa und Amerika zerstört hat. Dort sind die Familien kaputt, es gibt Aids und Drogen. Solche Dinge gibt es hier nicht."
(Lachsalve)

"Außerdem haben auch die Israelis ihre Aggressionen eingestellt. Das ist das direkte Ergebnis unserer Angriffe aus Sderot, die Israelis haben zu sehr gelitten." (Prusten)

"Die Menschen können nicht zwischen Widerstand und Terrorismus unterscheiden. Wir kämpfen für die Befreiung unseres Landes von der Besatzung. Als die Menschen in Europa gegen die Nazis kämpften, wurden sie später als Freiheitskämpfer verehrt. Niemand hätte Charles de Gaulles einen Terroristen genannt."
(orkanartiges Brüllen, Johlen, Pfeifen, Trampeln)

Und Ulrike Putz lässt dem "Hardliner" (Hardliner gibt es schließlich auf allen Seiten, nicht wahr?) alles durchgehen, wirft nicht ein, dass es sehr wohl einen Unterschied gibt zwischen der Resistance und einer Mörderbande, die ihre Opfer erst zu Feinden Gottes erklärt und sie danach in Linienbussen abschlachtet; sagt ihm nicht, dass eine Gesellschaft, in der es angeblich kein Aids und keine Drogen gibt, auch nicht gerade Modellcharakter haben kann, wenn dort Kinder zu Massenmördern erzogen werden, selbige Heiligenstatus erlangen und Frauen umgebracht werden, welche die Familienehre beschmutzt haben sollen.

Sondern lässt ihn locker darüber plaudern, wie er die Kohle im Koffer über die Grenze gebracht hat und lässt ihn darüber feixen, dass die Hilfs-Millionen aus dem Westen in Waffen gesteckt wurden.

Keine Ahnung, wie die Leser darüber denken, aber an Stefan Austs Stelle würde ich die Dame schleunigst zurückholen und sie bis zur Rente in der Versandabteilung Briefmarken schlecken lassen.

5 Comments:

Blogger Zettel said...

Lieber Claudio Casula,

ich habe mir erlaubt, auf diesen Beitrag hier hinzuweisen.

Herzlich, Zettel

4:32 AM  
Blogger Astuga said...

Vielleicht brauchen ja die St. Pauli Nachrichten noch eine Nahostkor ... äh, Feuilletonistin?

4:44 PM  
Anonymous Anonymous said...

Wollte nur darauf hinweisen, dass das Lachen bei amerikanischen Sitcoms NICHT vom Band kommt. Die Shows werden alle vor Publikum aufgezeichnet.

9:58 PM  
Anonymous Anonymous said...

Ich habe mir das Interview auch gelesen, und ich halte es fuer sehr wertvoll. Warum sollte der Interviewte antagonisiert werden - insbesondere wenn er seine wahren Gefuehle zeigt. Auch das ist wertvoll. Es kann nun niemand mehr sagen, dass er nicht weiss, dass die HAMAS von Iran etc finanziert wird, dass sie die Palistinaenser Finanzhilfe zum Waffenkauf verwendet haben, und und und...
Diese und andere websites versuchen seit Jahren, dies der Oeffentlichkeit zu erklaeren, und stossen auf Skepsis (dass man die Hamas nicht so diffamieren sollte..)
Dieses Interview bestaetigt eigentlich vieles, was ihr der Hamas immer vorgeworfen habt - und daher halte ich es fuer gelungen.

8:55 AM  
Anonymous Hamster said...

Vielleicht sollte man Fr.Putz doch nicht ganz niedermachen:

http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,490250,00.html

Weiterhin viel Erfolg und Grüsse!
El Hamster

6:08 PM  

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