Wednesday, March 01, 2006

Honor to whom Honor is due.

In today's op-ed, Jeff Gedmin, director of the Aspen Institute Berlin, comments on the way German educators teach kids about the US. The text relies heavily on the expertise of one of SoE's very dearest friends. A long overdue tribute to a silent hero.
Als ich eine andere Schulklasse traf, fragte deren Lehrer, ob die Amerikaner in den Irak einmarschiert seien, um neue Waffen testen zu können. Eine Leserin schickte mir ein antiamerikanisches Hiroshima-Gedicht, das ihre kleine Tochter in der Schule auswendig lernen sollte. Und ein Freund erzählte mir, die Tochter bekäme in englischer Grammatik Sätze wie "In Amerika gibt es viele Gefängnisse" vorgesetzt. Das alles klingt nach Michael Moores Amerika, das offenbar Einzug ins deutsche Bildungssystem gehalten hat.

Als ich einen befreundeten Lehrer fragte, ob das Ausnahmen seien, bombardierte er mich mit zusätzlichen Beispielen. Zehntkläßlern wird in Berlin in einem Schulbuch anläßlich der Wahlen 2000 die Frage gestellt, warum "eine entwickelte Nation wie die USA scheitert, Wahlen mit einem fairen demokratischen Ergebnis abzuhalten" Weder erklärt man Schülern die Besonderheiten des amerikanischen Wahlsystems, noch informiert man darüber, daß die Florida-Wahl von unabhängigen Instanzen für fair erklärt wurde. Berliner Zehntkläßler spielen ein Spiel, das "Die neue amerikanische Traumkarriere" heißt. Wie immer man auch spielt, man verliert. Geh in eine Rockband, und du wirst drogenabhängig. Kämpfe mit der Alkoholsucht, und du landest bei einem Mcjob. Werde krank, und du bist finanziell ruiniert. Soll dieses Spiel "die Leute zum Lachen bringen", wie die Autoren meinen, oder hat es eine Botschaft? "Sind die Karrierechancen für junge Leute in Deutschland ähnlich oder völlig anders?"

Englischstudenten in Niedersachsen müssen "The Tortilla Curtain" von T.C. Boyle lesen. Darin wird ein illegales Migrantenpärchen verletzt, ausgeraubt und vergewaltigt. Sie erleben den amerikanischen Alptraum. An dieser Stelle sollen die Studenten den Unterschied "zwischen Sklaven und illegalen Einwanderern" im heutigen Amerika diskutieren. Amerika, der Schmelztiegel? Ein anderer Text klärt auf, daß "das Land der unbegrenzten Möglichkeiten sich schon vor langer Zeit Grenzen auferlegte".

Falsch wäre es zu unterstellen, nichts Positives über die USA stünde in diesen Texten. Mein Freund, der Lehrer, schickte mir einen Text, in dem stand, daß Amerikaner "Unabhängigkeit, Selbstvertrauen und Ausdauer" schätzen. Klingt gut, doch dann kommt es. Genau diese Werte, erfährt man im folgenden, brächten Amerikaner dazu, "weniger kooperationsbereit, schwach sozial entwickelt, egoistisch und gewalttätig" zu sein.

Ich warte auf jemanden, der mir versichert, all dies seien nur dumme Ausnahmen.

1 Comments:

Anonymous jobe said...

I don't think I can disagree with the general thrust of the article, but here are a couple of comments:

Unfortunately, the "many prisons" sentence is true, there is an order of magnitude more people in prison in the US than in western European countries. And that is not "Michael Moore's America", but caused by the very strong "Tough on Crime" attitude - more prevalent among Republicans.

Whether the 2000 election was fair is still a sore point of discussion around here, certainly not settled in the affirmative. The Congress did pass some legislation to improve the process, so obviously it recognized that things went wrong, too. Unfortunately, it appears that the rushed introduction of electronic voting machines without verifiable paper trail is making things worse...

"Tortilla Curtain" is a very interesting and well written book, well worth the time. Quite appropriate for college (or graduate) level students. (If they can't figure out differences between slavery and the situation for the illegal immigrants, pity on them.) If using this book as a reading assignment is anti-American, I guess assigning something like Steinbeck's "The Grapes of Wrath" would qualify, too...

6:50 AM  

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