Friday, December 08, 2006

Schlecht verteidigt ist halb gehängt

Boushra Khalil, die einzige Frau im 14-köpfigen Verteidigerteam beim Sondertribunal gegen Saddam Hussein, hat der WELT ein Interview gegeben, in dem sie u.a. von ihrem Mandanten erzählt, er interessiere sich "eigentlich nur dafür, was draußen geschieht, wie es den Irakern geht." Und sie sagt: "Er ist ein wirklicher Patriot."

Da kann es nicht überraschen, dass die Dame auch meint, bei diesem Prozess gehe es "ohnehin nicht mit rechten Dingen zu." Und sich darüber mokiert, dass Saddam Hussein gehängt werden soll. Das Massaker von 1982, das verhandelt wurde, habe im Krieg gegen Iran stattgefunden, und da ihr Mandant seinerzeit Oberbefehlshaber der Armee gewesen sei, müsse er eigentlich von einem Militärgericht verurteilt werden. Die Begründung ist denkwürdig: "Auch in Nürnberg wurden die zum Tode Verurteilten erschossen und nicht erhängt."

Was natürlich Unfug ist, weil Keitel, Jodl, Kaltenbrunner, Frank und andere Nazi-Kriegsverbrecher ihr Ende sehr wohl am Strang fanden. Bei derart schlecht informierten Anwälten ist es kein Wunder, dass der Prozess für den Henker von Bagdad nicht gut ausgegangen ist.

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