Monday, December 18, 2006

Das Evangelium nach Achmed

Einst überraschte Yassir Arafat die Welt mit der Behauptung, Jesus sei Palästinenser gewesen. Was damals ziemlich meschugge klang, scheint jetzt durch einen archäologischen Sensations-Fund im Jordantal gestützt zu werden: Das bisher unbekannte „Achmed-Evangelium“ lässt Leben und Wirken Jesu in völlig neuem Licht erscheinen. Fragmente liegen Spirit of Entebbe vor. Wir dokumentieren Auszüge:

„Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot (...) ausging, dass alle Welt geschätzt würde. Und diese Schätzung war die allererste und geschah zur Zeit, da ein Mann mit Namen Assad Statthalter in Syrien war. Und jedermann ging, dass er sich schätzen ließe, ein jeder in seine Stadt. Und als endlich die Juden die Ausgangssperre aufgehoben hatten, da machte sich auf auch Yussuf aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, mit Maimunah, seinem vertrauten Weibe; die war zum elften Male schwanger. Als sie aber kamen an eine Stelle, da sie kontrolliert wurden, da wehklagten sie über allerlei Demütigungen. bis sie schließlich gelangten in Yussufs Geburtsstadt, die da heißt Beit Lahm.“ (...)

„Und es waren Handwerker in der Stadt, die schnitzten Kamele aus dem Holze des Olivenbaums. Andere Männer saßen draußen herum, spielten Sheshbesh, tranken Tee und ließen ihre Kinder schwer beladene Schubkarren hin- und herfahren. Da trat der Engel Gottes zu ihnen, und die Klarheit Gottes leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: „Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude: Denn euch ist heute der Heiland geboren, der Herr, in der Stadt, von der die Juden lügnerisch behaupten, sie sei die Stadt Davids, des Schlächters. Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in eine Kefyah gewickelt und in einer Krippe liegend.“ Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen: „Ya Allah, er wird die Söhne der Affen und Schweine ins Meer treiben und ein Palästina vom Jordan bis zum Mittelmeer schaffen!“(...)

„Und da kamen auch drei Weise aus dem Morgenland, die da hießen Yassir, Yassin und Ismail, und sie legten vor dem Kinde ihre Geschenke nieder: ein Messer, einen Krummdolch und eine Axt. Maimunah aber sprach: „Seid bedankt für die Gaben! Möge mein Sohn dereinst ein Märtyrer Palästinas werden, so werden wir alle stolz auf ihn sein, denn mit unserem Blut und unserer Seele befreien wir dich, o Palästina.“

Achmed, der seine Schriften erst nach den vier bisher bekannten Evangelisten anfertigte, zeichnet Jesus als einen heroischen Widerstandskämpfer gegen die jüdische Besatzungsmacht. So liest sich auch die Bergpredigt ganz anders als sie bislang interpretiert wurde. „Selig sind, die da geistig arm sind; denn sie werden Hamas wählen“, heißt es da etwa. „Selig sind, die da Leid tragen; denn sie werden in aller Welt darüber klagen dürfen.“ Und: „Selig sind, die bei einem Blutbad an den Juden ihr eigenes Leben hergeben; denn ihre Familien sollen reich entlohnt werden“.

Das Achmed-Evangelium liest sich spannend wie ein Krimi – bis hin zum dramatischen Showdown in al-Quds, wo der palästinensische Messias die Besatzungsmacht herausfordert, von einem Kollaborateur verraten wird und schließlich einer gezielten Tötung zum Opfer fällt.

Die Echtheit des Dokuments wird derzeit von Archäologen und Historikern geprüft. Fest steht aber schon jetzt: Sollte sich das Achmed-Evangelium als authentisch erweisen, wird es definitiv das Highlight des Bücherfrühlings 2007.

2 Comments:

Anonymous Guerreiro said...

Wow, einfach super. Und wann kommt das Super-Bunny in Szene, welches sich später als der wahre Osterhase entpupt? Dabei war es gar kein Hase sonder eigentlich eine verkleidete Schildkröte. Diese wiederum ist mit dem Santaklaus verwandt und hatte ihre Kindheit in Finnland verbracht bis Peter Pan sie ins Land der Träume mitnahm...

2:01 PM  
Anonymous Bernd said...

ich muss meiner Apokryphensammlung wohl ein Exemplar hinzufügen.

Kompliment!

Ein ähnlicher Wurf wie "Wie wird man Nahostkorrespondent?"

3:43 PM  

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