Thursday, November 30, 2006

Talkin' 'bout the Resolution

Am 29. November 1947, also gestern vor 59 Jahren, verabschiedete die Vollversammlung der Vereinten Nationen, die damals noch nicht der Käfig voller Narren war, als der sie sich heute so schamlos präsentiert, die Resolution 181. Es war dies, wie Ya'acov Lozowick in seinem großartigen Buch "Right to Exist" sarkastisch anmerkt, gleichzeitig die letzte pro-israelische Entscheidung, die von der UNO getroffen wurde.

All jene, die Israel gern – und zu Unrecht - vorwerfen, es würde die UN-Resolution 242 ignorieren, möchten sicher nicht gern an 181 erinnert werden; deshalb sei es hiermit getan. Wir wollen gar nicht darüber lamentieren, dass es die Araber waren, die den Teilungsplan der UN ablehnten. Festzuhalten ist, dass sie es taten. Sie mögen gute Gründe dafür gehabt haben. Das ist nicht der Skandal. Der Skandal ist vielmehr, dass die arabische Seite auch heute, fast sechs Jahrzehnte später, noch keinen Schritt weiter ist. Sie spielt nach wie vor auf Alles oder Nichts, und deshalb stehen die Palästinenser noch immer ohne Hemd und Hose da. Der Skandal ist aber auch einer der Vereinten Nationen selbst, die durch die Alimentierung der Palästinenser bis zum St. Nimmerleinstag im Verein mit ihren grotesken antiisraelischen Erklärungen dafür gesorgt hat, dass sich die Palästinenser noch zwei Generationen nach 181 in der ihnen von der "Weltgemeinschaft" attestierten Opferrolle suhlen und jeden vernünftigen Versuch zum Ausgleich mit dem jüdischen Staat ablehnen, weil sie sich betrogen und über den Tisch gezogen fühlen und ums Verrecken nicht bereit sind, einen historischen Kompromiss einzugehen.

Heute, wo außer den USA nur noch Mikronesien bereit ist, sich gegen einseitig antiisraelische Resolutionsentwürfe zu stemmen, muss man sich das Abstimmungsergebnis von damals auf der Zunge zergehen lassen: 33 Ja-Stimmen, 13 Gegenstimmen und 10 Enthaltungen. Sogar die Sowjetunion stimmte für die Teilung des britischen Mandatsgebiet in einen arabischen und einen jüdischen Staat. Das waren noch Zeiten!

Um die gängigen Legenden um die Resolution 181 zu widerlegen, sei im Folgenden auszugsweise aus Mitchell G. Bards "Behauptungen und Tatsachen" zitiert.


Behauptung:
"Die Vereinten Nationen haben Palästina ungerecht aufgeteilt."

Tatsache:
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde allmählich das ganze Ausmaß des Holocaust bekannt. Das Entsetzen darüber beschleunigte die Forderung nach einer Lösung der Palästinafrage, damit die Überlebenden von Hitlers "Endlösung" Zuflucht in einer eigenen Heimat finden konnten.
Die Briten versuchten, ein Abkommen auszuarbeiten, das sowohl für Araber als auch für Juden annehmbar war. Da sie jedoch auf die Zustimmung der Araber bestanden, waren ihre Bemühungen von vornherein zum Scheitern verurteilt, denn die Araber waren zu keinen Zugeständnissen bereit. Im Februar 1947 wurde die Angelegenheit schließlich den Vereinten Nationen übergeben.

Die Vereinten Nationen richteten ein Sonderkomitee für Palästina (UNSCOP) ein, das den Auftrag hatte, eine Lösung für die Palästinafrage zu finden. Delegierte aus elf Nationen machten sich auf den Weg, um festzustellen, was seit langem bekannt war: Die nationalen Bestrebungen von Juden und Arabern bildeten einen unversöhnlichen Gegensatz.

Die gegensätzlichen Haltungen der beiden Gruppen "weckten unweigerlich den Eindruck, dass die Juden von der Rechtmäßigkeit ihrer Sache überzeugt und bereit waren, sie vor einem unvoreingenommenem Tribunal zu vertreten, wohingegen die Araber sich der Rechtmäßigkeit ihrer Ansprüche weniger sicher waren oder aber Angst hatten, sich dem Richterspruch der Nationen zu beugen."

Obwohl die meisten Mitglieder der Kommission sich darüber im Klaren waren, dass notwendig ein Kompromiss gefunden werden musste, war ein solcher angesichts der starren Haltung der beiden Parteien nur schwer vorstellbar. Bei einem Treffen mit einer arabischen Delegation in Beirut erklärte das tschechoslowakische Kommissionsmitglied: "Ich habe Ihre Forderungen gehört und den Eindruck gewonnen, dass der Kompromiss in Ihren Augen folgendermaßen aussähe: ›Unsere Forderungen sollen in allen Punkten erfüllt werden; der Rest kann unter den Übrigen aufgeteilt werden.‹"
Bei ihrer Rückkehr empfahlen die Delegierten von sieben Nationen - Kanada, Tschechoslowakei, Guatemala, Niederlande, Peru, Schweden und Uruguay - die Gründung zweier getrennter Staaten, eines jüdischen und eines arabischen, die in einer Wirtschaftsunion verbunden werden sollten; die Stadt Jerusalem sollte unter internationale Verwaltung gestellt werden. Drei Nationen - Indien, der Iran und Jugoslawien - empfahlen einen Gesamtstaat mit arabischen und jüdischen Provinzen. Australien enthielt sich der Stimme.

Die palästinensischen Juden waren zwar nicht zufrieden mit dem kleinen Gebiet, das die Kommission ihnen zuweisen wollte, und ganz und gar nicht glücklich darüber, dass Jerusalem vom jüdischen Staat getrennt werden sollte, erklärten sich aber dennoch mit dem Kompromiss einverstanden. Die Araber lehnten den Vorschlag des UNSCOPs rigoros ab.
Die daraufhin einberufene Vollversammlung der Vereinten Nationen schlug die arabische Forderung nach einem arabischen Gesamtstaat aus. Die mehrheitliche Empfehlung einer Teilung wurde am 29. November 1947 mit 33 zu 13 Stimmen bei 10 Stimmenthaltungen angenommen.
"Es ist kaum einzusehen, inwiefern die arabische Welt, und noch viel weniger die palästinensischen Araber, unter der Anerkennung einer Sache leiden sollten, die längst eine feste Tatsache ist - die Anwesenheit einer geschlossenen, gut organisierten und praktisch autonomen jüdischen Gemeinschaft in Palästina."
Der von den Vereinten Nationen vorgelegte Teilungsplan wirkte wie ein Schachbrett, da die jüdischen Städte und Dörfer über ganz Palästina verteilt waren. Das komplizierte den Plan jedoch weit weniger als die Tatsache, dass der hohe Lebensstandard in den jüdischen Städten zu einem starken Zustrom von Arabern geführt hatte, sodass eine wie auch immer geartete Teilung zur Folge hatte, dass der jüdische Staat einen nicht unerheblichen arabischen Bevölkerunganteil aufwies. Da man einsah, dass die Juden weiteres Siedlungsland brauchten, wies der Mehrheitsvorschlag den Juden Landgebiete im Norden des Landes, in Galiläa und in der großen, unfruchtbaren Negevwüste im Süden zu. Der Rest Palästinas sollte den arabischen Staat bilden.

Die Grenzziehung bei der Aufteilung des Landes war lediglich an demografischen Gesichtspunkten orientiert. Sicherheitsüberlegungen hatten dabei keine Rolle gespielt. Damit waren die neuen Landesgrenzen des israelischen Staates praktisch nicht zu verteidigen.

Was die Lage noch weiter komplizierte, war das Festhalten der Mehrheit der Vereinten Nationen an einem von beiden palästinensischen Staaten unabhängigen Jerusalem, das unter internationaler Verwaltung stehen sollte. Auf diese Weise wurden die über 100000 in Jerusalem lebenden Juden praktisch von ihrem Land abgeschnitten, weil sie von arabischem Gebiet umgeben waren.

Es gab und gibt immer wieder Stimmen, die behaupten, die Vereinten Nationen hätten damals alles fruchtbare Land den Juden, den Arabern dagegen nur unfruchtbares Bergland zuweisen wollen. Das ist nicht richtig. Immerhin sollten etwa 60 Prozent des künftigen jüdischen Staates im Negev liegen.

Insgesamt stellten die Araber die Mehrheit der Bevölkerung Palästinas - das Verhältnis betrug 1,2 Millionen Araber zu 600000 Juden. Die restriktive Einwanderungspolitik der Briten hatte erfolgreich verhindert, dass die Juden die Mehrheit im Land bildeten. Araber dagegen hatten die ganze Zeit über ungehindert zuwandern dürfen - eine Gelegenheit, die Tausende wahrnahmen - und waren so zu Nutznießern der rapiden Entwicklung geworden, die die zionistische Besiedlung in Gang gesetzt hatte. In den Gebieten, die ihnen bei der Teilung zugewiesen worden waren, und in Jerusalem bildeten die Juden die Mehrheit.

In dem durch die Teilung geschaffenen Staat Israel lebten neben etwa 600000 Juden ca. 350000 Araber. Etwa 92000 Araber wohnten in den Städten Tiberias, Safed, Haifa und Bet Shean. Weitere 40000 waren Beduinen, die größtenteils in der Wüste lebten. Der Rest der arabischen Bevölkerung war über den ganzen jüdischen Staat verteilt und besaß den größten Teil der landwirtschaftlichen Nutzflächen.

Nach einer im Jahr 1948 im Rahmen einer Erhebung über Palästina erstellten britischen Statistik waren 8,6 Prozent des Landes, das den jüdischen Staat bildete, im Besitz von Juden und 3,3 Prozent im Besitz von israelischen Arabern. Weitere 16,9 Prozent waren von Arabern, die das Land verlassen hatten, aufgegeben worden. Der Rest - über 70 Prozent - lag in den Händen der Mandatsregierung und wurde nach dem Abzug der Briten unter israelische Hoheit gestellt.



Behauptung:
"Israel hat 1948 ganz Palästina usurpiert."

Tatsache:
Etwa 80 Prozent der Gesamtfläche, die das historische Palästina und die nationale jüdische Heimstätte bildete, wie der Völkerbund sie definiert hatte, wurde von den Briten im Jahr 1922 abgeteilt und dem späteren Transjordanien zugeschlagen. In diesem Gebiet durften sich keine jüdischen Siedler niederlassen. Die restlichen 20 Prozent Palästinas teilten die Vereinten Nationen in zwei Staaten auf. Mit der Annexion der Westbank durch Jordanien im Jahr 1950 kontrollierten die Araber etwa 80 Prozent des ehemaligen Mandatsgebiets, wohingegen der jüdische Staat knapp 17,5 Prozent besaß (den Rest bildete das von den Ägyptern besetzte Gaza).



Behauptung:
"Den palästinensischen Arabern wurde nie ein Staat angeboten und somit das Recht auf Selbstbestimmung verweigert."

Tatsache:
Die Peel-Kommission kam 1937 zu dem Schluss, dass der einzig logische Ausweg angesicht der unvereinbaren Ziele der Juden und Araber in der Teilung Palästinas in zwei getrennte Staaten - einen jüdischen und einen arabischen - bestand. Die Araber lehnten den Teilungsplan aus zwei Gründen ab: Sie wären damit gezwungen gewesen, die Gründung eines jüdischen Staates zu akzeptieren, und sie hätten es hinnehmen müssen, dass Teile der Palästinenser unter "jüdischer Herrschaft" lebten. Die Einwände der Zionisten richteten sich vor allem gegen die Landesgrenzen, die der Peel-Plan vorsah, weil ihr Lebensraum dadurch auf ein Territorium beschränkt worden wäre, das kaum größer als ein Getto war: auf 1900 der insgesamt 10300 Quadratmeilen, die das noch verbliebene Palästina umfasste. Dennoch waren die Zionisten bereit, mit den Briten zu verhandeln, wohingegen die Araber sich rundweg weigerten, über Kompromisse auch nur nachzudenken.

Im britischen Weißbuch von 1939 wurden abermals die Gründung eines arabischen Staates innerhalb eines Zeitraums von zehn Jahren sowie eine Einwanderungsbeschränkung für Juden auf 75000 Personen in den nächsten fünf Jahren beschlossen. Danach sollten gar keine Juden mehr ohne Zustimmung der arabischen Bevölkerung ins Land gelassen werden. Obwohl man den Arabern im Blick auf die jüdische Einwanderung also große Zugeständnisse machte und obwohl man ihnen sogar die Unabhängigkeit angeboten hatte - die ja das erklärte Ziel der arabischen Nationalisten war -, lehnten sie das "White Paper" ab.
Mit der Teilung sollten die Palästinenser einen eigenen Staat und die Möglichkeit der Selbstbestimmung erhalten. Auch das wurde abgelehnt.



Behauptung:
"Die Mehrheit der Bevölkerung Palästinas war arabisch; aus diesem Grund hätte ein arabischer Gesamtstaat geschaffen werden müssen."

Tatsache:
Zur Zeit der Teilungsresolution für Palästina im Jahr 1947 bildeten die Araber die Mehrheit im westlichen Palästina - das Verhältnis betrug 1,2 Millionen Araber zu 600000 Juden. Nur in dem Gebiet, das den Juden zugewiesen worden war, und in Jerusalem, gab es eine jüdische Mehrheit.
Vor dem Mandat 1922 war die arabische Bevölkerung Palästinas ständig zurückgegangen. Doch nachdem die Briten das Mandat über Palästina erhalten hatten, setzte ein stetiger Zustrom von Arabern aus den umliegenden Ländern ein. Ein weiterer Grund für die Zunahme der arabischen Bevölkerung lag darin, dass die jüdischen Siedler die Hygienebedingungen und die medizinische Versorgung in Palästina deutlich verbesserten.

Die Entscheidung, Palästina zu teilen, war nicht allein auf Grund demografischer Erwägungen gefallen, sondern basierte vor allem auf der Erkenntnis, dass die territorialen Ansprüche von Juden und Arabern unvereinbar waren, sodass die Schaffung zweier getrennter Staaten der logischste Schluss schien. Ironischerweise befürworteten die arabischen Mitglieder der Vereinten Nationen 1947 - im gleichen Jahr, in dem sie die Teilung Palästinas ablehnten - die Teilung des indischen Subkontinents und die Gründung des neuen, vorwiegend muslimischen Staates Pakistan.

2 Comments:

Blogger Franklin D. Rosenfeld said...

Nicht nur Mikronesien. Regelmaessig dabei sind auch noch die US Marshall Islands sowie, in letzter Zeit, auch das grossartige Australien (darauf ein "AUSSIE! AUSSIE! OI! OI! OI!").

Und frueher war da ja auch, aehem, das weisse Suedafrika...

4:58 PM  
Anonymous Anonymous said...

Die Welt ohne Zionismus (World Without Zionism)

Siehe Anmerkung 20, bitte:

Saudi-Arabien, der Irak, Syrien und der Jemen erklaeren in ihrer Antwort an die UN-Vollversammlung offen, sich nicht an die Resolution gebunden zu fuehlen. Emir Feisal Al Saud, Sohn des saudischen Usurpators und Wahhabitenkoenigs Abdul Aziz Al Saud "behaelt sich das Recht vor, frei zu handeln, in welcher von ihm fuer angemessen gehaltenen Art auch immer, im Einklang mit den Prinzipien von Recht und Gerechtigkeit". Mr. Jarnali, Irak, erklaert: "Der Irak erkennt die Gueltigkeit dieser Entscheidung nicht an und behaelt sich die Freiheit der Entscheidung gegen ihre Durchsetzung vor." Emir Arslan von Syrien sagt: "Mein Land wird eine solche Entscheidung niemals anerkennen. Es wird niemals zustimmen, fuer sie verantwortlich zu sein. Moegen die Folgen ueber andere kommen, nicht ueber uns." Prinz Seif El Islam Abdullah von Jemen ergaenzt: "Die jemenitische Delegation hat bereits frueher erklaert, daß der Teilungsplan gegen die Gerechtigkeit und gegen die Charta der Vereinten Nationen verstoesst. Deshalb zieht die Regierung des Jemen nicht in Betracht, sich an eine solche Entscheidung gebunden zu fuehlen. Die Regierung des Jemen behaelt sich die Freiheit von Massnahmen gegen die Durchsetzung dieser Entscheidung vor." (20)

http://www.eussner.net/artikel_2006-07-16_19-55-44.html

Gudrun

7:13 PM  

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