Thursday, July 13, 2006

Alles Mullah oder was?!

Mit dem Völkerrecht ist das so eine Sache. Die es bei jeder Gelegenheit bemühen, wenn es gilt, die USA oder Israel anzuklagen, pochen nämlich nicht darauf, wenn es ihre Schützlinge sind, die es brechen. So sprechen Kritiker des Irak-Kriegs gern von einem „völkerrechtswidrigen Krieg“, doch war ihnen das Völkerrecht herzlich schnurz, als Saddam Hussein Kurden vergaste, Iran überfiel, Kuweit schluckte und das nicht am Konflikt beteiligte Israel mit Scud-Raketen eindeckte.

Aktuell sieht man das Völkerrecht gebrochen, wenn Israel auf einen Kriegsakt hin – und nichts anderes ist täglicher mutwilliger Raketenbeschuss von zivilen Ortschaften über eine internationale Grenze hinweg – Truppen in das Gebiet des Aggressors entsendet. Nach dem Süden (Gaza) nun also der Norden: Nach dem Abzug israelischer Truppen aus dem Südlibanon 2000, der fatalerweise die Palästinenser zu ihrer „Al-Aqsa-Intifada“ ermutigte, durfte die Hisb’allah im Grenzgebiet frei schalten und walten, ohne dass der Libanon sein Gewaltmonopol geltend gemacht hätte. Eine Miliz, die nicht zum erstenmal jenseits der Grenze Überfälle verübte und israelische Ortschaften mit Katjuscha-Raketen beschoss. Auch dort funktioniert die Arbeitsteilung hervorragend: Im libanesischen Parlament sitzen 14 Hisb’allah-Abgeordnete im Zivil, und im Süden des Landes treibt sich ungestört der „bewaffnete Arm“ herum. Den Spaß bezahlt zum größten Teil der Iran, seriöse Schätzungen gehen von bis zu 50 Millionen Dollar im Monat aus. Wer Achmachmirdendschihads Vernichtungsphantasien noch im Ohr hat und eins und eins zusammenzählen kann, kommt nicht umhin, den schlechten Einfluss Teherans hinter den jüngsten Gewaltakten von Palästinensern und Hisb’allah zu erkennen.

Nun gilt das Völkerrecht aber auch für den jüdischen Staat, und wer meint, dieser sei gegründet worden, um mit den Händen an der Hosennaht zuzuschauen, wie sein Bürger beschossen, ermordet und verschleppt werden, der hat genauso wenig dazugelernt wie die Palästinenser. Regimes wie die in Gaza und Beirut müssen jetzt wohl etwas deutlicher auf ihre Verantwortung hingewiesen werden.

Da aber die Raketen der Djihadisten nicht in Moskau und Paris einschlagen, üben jetzt Russland und Frankreich Kritik – an Israel. Russland ist zwar nicht eben dafür bekannt, besonders zimperlich mit Terroristen umzugehen, wie man aus Tschetschenien weiß, und Frankreich lässt für den Schutz seiner Interessen an der Elfenbeinküste auch schon mal Fallschirmjäger aus dem Flieger hüpfen, aber das „shitty little country“ Mores lehren, dafür sind sie immer gut. „Natürlich verurteilen wir diese unverhältnismäßige Kriegshandlung", sagt Außenminister Philippe Douste-Blazy im Radiosender Europe 1. Durch die israelische Bombardierung des Flughafens von Beirut sei jeder, der in den Libanon wolle, gezwungen, über das Meer oder über Syrien zu reisen, meint Douste-Blazy. „Das ist anormal."

Anormal ist es allerdings auch, täglichen Raketenbeschuss erdulden zu müssen und ohne den Segen der Grande Nation nichts dagegen unternehmen zu dürfen, deshalb tut Israel das, was getan werden muss. Man darf sogar darauf wetten, dass der lange Arm des Landes notfalls bis Teheran reicht, sollte man dort wirklich keine andere Sprache verstehen.

Danach muss man wohl neu darüber nachdenken, ob die Politik der einseitigen Abtrennung angesichts der gesteigerten arabischen Angriffsgelüste wirklich das Gelbe vom Ei ist.

5 Comments:

Anonymous daver said...

Hallo Claudio,

> Danach muss man wohl neu darüber
> nachdenken, ob die Politik der
> einseitigen Abtrennung angesichts
> der gesteigerten arabischen
> Angriffsgelüste wirklich das Gelbe
> vom Ei ist.

Ich denke, das die Geschichte des modernen Terrorismus zeigt, dass dies nur weiteren Terror schürt. Die islamistischen Terroristen feiern den unilateralen Rückzug Israels doch jetzt schon als _ihre_ Errungenschaft.
Bleibt zu hoffen, dass weiteres Disengagement nur mit meinetwegen vertraglichen Bedingungen und möglicherweise mit einer einigenden Stärkung der moderaten Kräften verbunden ist.

> Man darf sogar darauf wetten, dass
> der lange Arm des Landes notfalls
> bis Teheran reicht

Die Regierung und das Militär wird sich vor solchen offen ausgeprochenen Drohungen hüten. Iran weiss eh schon, was zu erwarten wäre und der Irre von Teheran würde sich davon wohl eh nicht abhalten lassen.
Das fehlte noch, wenn jetzt auch noch Iran offen und kriegerisch mit mischt.
Und du solltest damit nicht so rumpoltern, das find eich schon wieder zynisch. Verzeih mir die Frage und den Vorwurf: aber bist du überhaupt an Israel interessiert, oder gilt deine Interesse in den Texten nur den Militäraktionen Israels gegen deren Feinde?

Viele Grüsse,
dw

10:41 PM  
Blogger Franklin D. Rosenfeld said...

Douste-Blazy wird ja zu Recht von den (ca. 17) klar denkenden Franzosen als "Douste-Blabla" bezeichnet. Den sollte man genausowenig Ernst nehmen wie die Russen, Italiener, Schweden und sonstigen Knalltueten. Das einzig entscheidende Land steht konsequent an Israels Seite und wird auch saemtliche einseitigen Resolutionen in den sog. Vereinten sog. Nationen zu blockieren wissen. So muss es sein!

11:31 PM  
Blogger Unionsbuerger said...

Wer hat den Libanon, Schweiz des Orients in den 80er Jahren angegriffen und besetzt ? Israel.
Wer bedauert die Schwäche des Libanesischen Staat ? Israel.

2:01 PM  
Anonymous simon said...

ist das hier ein nationalisten-blog?

2:21 PM  
Anonymous Anonymous said...

Die sogenannte "Grande Nation" war niemals eine solche. Ein mächtige Einbildung.
Die Kaste der Verantwortlichen in Frankreich ist überwiegend zu einer grossen dicken fetten Prostituierten verkommen. Eitelkeiten, das Geld und billiges Öl sind ihre Interessen.

Dafür gehen sie auch sehr gerne über Leichen.

Sie haben nur noch wenig zu melden in dieser Welt. Zweite Liga.

Der französische "Hund" beisst nicht?

Der Iran hat es verstanden.

3:51 PM  

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